Chronik

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So war das...

Beginn

Es begann am 10. Juni 1955

Der überraschende Gewinn der Fuß­ball-Weltmeisterschaft 1954 löste in Deutschland eine riesige Fußballbe­geisterung aus. Diese ging auch an Bremthal nicht spurlos vorüber. So kamen auf Initiative von Paul, Bert­hold und Georg Ickstadt, Emil Ott, Karl Reischmann, Ottmar Morgenstern und Robert Ferdinand am 5. Juni 1955 27 Bremthaler ins „Gasthaus zum Adler", die an der Gründung eines eigenen Fußball-Vereins interessiert waren. Ein kleiner Kreis der Anwesen­den wurde beauftragt, eine Gründer­versammlung vorzubereiten. Dieser kam zu dem Entschluss, die Gründung einer Sportgemeinschaft vorzuschla­gen, in der neben Fußball auch weitere Sportarten möglich sein sollten, wobei zunächst an Tischtennis gedacht wur­de. Die Gründungsversammlung wur­de für den 10. Juni 1955, 21.00 Uhr ins „Gasthaus zum Adler" einberufen. 27 Mitglieder traten an diesem Abend in den Verein ein und wählten folgenden Vorstand: Paul Ickstadt zu 1. und Josef Möller zu 2. Vorsitzenden, Johann Lei­cher zum Hauptkassierer und Brem­thals Lehrer Ernst Forst zum Schrift­führer. Die Jugendlichen Norbert Hinek und Otto Ickstadt wurden zu Beitragskassieren bestimmt und die Beiträge mit DM 0,25 für Schüler, 0,50 für Jugendliche und 1.00 für Erwachse­ne festgesetzt. Der Vorstand, der beauf­tragt wurde, schnellstens eine Satzung nach dem Vorbild anderer Sportverei­ne zu erstellen, die Aufnahme in den Landessportbund zu beantragen, Ver­sicherungsfragen zu klären und sich um die Beschaffung von Sportkleidung zu kümmern, ging mit großem Elan an die Arbeit. Schon am 29. Juni fand eine weitere Mitgliederversammlung statt, in der die vorgelegte Satzung einstim­mig beschlossen und die Ergänzungs­wahlen durchgeführt wurden. Zu Bei­sitzern wurden Karl Reischmann, Bert­hold Ickstadt und Walter Wagner in den Hauptvorstand berufen. Georg Ickstadt und Peter Lauer wurden in den Spielausschuss Fußball, Ludwig Ernst zum Obmann Tischtennis gewählt. Ottmar Morgenstern wurde erster Jugendleiter des Vereins. Auch wurden die Vereinsfarben mit blau/weiß beschlossen. Der rührige Vorstand schaffte dann in kürzester Zeit die Voraussetzungen für den Spielbetrieb, so dass schon am 14. August 1955 die Fußball-Mannschaft zum ersten Spiel beim TSV Marxheim antreten konnte. Am 21. August 1955 bestritt dann die SGB schon ihr erstes Verbandsspiel in der C-Klasse Main- Taunus beim FC Schloßborn.

Der erste Sportplatz

Schon bei der Gründung des Vereins waren sich die Initiatoren bewusst, dass die Sportplatzfrage ein Problem werden würde, denn besonders die Bauernschaft war von der Idee eines Bremthaler Fußballvereins nicht gera­de begeistert. Zwar konnte sehr schnell ein Mietvertrag mit dem TSV Vockenhausen abgeschlossen werden, der die Benutzung dessen Platzes für die Heimspiele gestattete, doch war dies schon im Hinblick auf die fehlen­de Verkehrsverbindung — zu jedem Spiel war ein Fußmarsch von Brem­thal „über den Berg" nach Vockenhau­sen erforderlich — keine befriedigende Lösung. Die Suche nach einem ortsna­hen Standort schlug fehl. Es war nie­mand bereit, dort Gelände abzugeben. Im Protokoll zur Vorstandssitzung vom 29. Juli 1955 war hierzu ver­merkt: „Sportplatzfrage soll dem Gemeinderat vorgelegt werden. Nach Scheitern aller anderen angestrebten Projekte will der Vorstand der Gemeinde den Vorschlag unterbreiten auf den gemeindeeigenen Äckern am Beune-Hag zu errichten." Der Ge­meinderat stimmte zu und Bürger­meister Anton Ickstadt handelte schnell. Schon am 6. August 1955 konnte er in einer eigens einberufenen Versammlung alle Pächter zur vorzei­tigen Auflösung der Pachtverträge nach der Ernte bewegen. Ein geeigne­tes Gelände war damit gefunden. Der heute günstige Standort lag damals allerdings noch weit außerhalb der bebauten Ortslage. Auf Initiative von Paul Ickstadt wurden schon im Spätherbst 1955 und im Frühjahr 1956 die erforderlichen Vermessungen und ers­te Planierarbeiten seitens der Firma Kolzem, Idstein, kostenlos durchge­führt. Die Arbeiten gerieten ins Sto­cken, als unter der Last des Baggers vermutlich ein ehemaliger Bergwerks­stollen einbrach. Im Herbst 1956 waren dann aber die Planierungsar­beiten abgeschlossen. Jetzt war Eigen­hilfe gefragt! Da aber viele Mitglieder neben ihrem Beruf abends noch land­wirtschaftlich tätig waren, blieb die meiste Arbeit beim Vorstand und wenigen Helfern hängen. Die Spielflä­che wurde mit Stahlmatten abgeschlif­fen und Quadratmeter für Quadrat­meter von Hand eingeebnet. Lehrer Forst ließ die Schulkinder die Steine ablesen. 50 Kubikmeter Schlacken wurden über den Platz verteilt, die Tore aus Baumstämmen geschnitten und aufgestellt. Auch die Planung und Organisation der Einweihungs­feier, die auf Pfingstmontag, dem 10 Juni 1957 festgelegt wurde, bescherte bei der schwierigen Finanzlage eini­ges Kopfzerbrechen. Doch der große Einsatz hatte sich gelohnt. Als Bürger­meister Anton Ickstadt am Pfingst­montag um 12:30 Uhr ein weißes Band durchschnitt und damit den Platz offiziell an die SGB übergab, waren alle Schwierigkeiten vergessen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Fortbestand des jungen Ver­eins war geschaffen. Auch war er end­lich bei der Bremthaler Bevölkerung angekommen und durfte mit weiterer Unterstützung rechnen.

Die erste Umkleidekabine

    Die Kleider hingen an einem großen Birnbaum, der Sportplatz glich im Spätherbst und Frühjahr oft einer Schlammwüste und entsprechend ver­schmutzt war auch die Spielkleidung. Die Spieler mussten zum dama ligen Vereinslokal „Zum Adler" am anderen Ende des Dorfes und später zum „Gasthaus Schützenhof", um sich in den dortigen Waschküchen mit kaltem Wasser einigermaßen zu säubern. 1962 entschloss sich der Vorstand, eine Unterkunft am Sportplatz zu errichten. Gelder aus Fördermittel gab es aber nur für Bauten einer gewissen Größen­ordnung, die sich der junge Verein bei seinen äußerst bescheidenen Eigenmit­teln nicht leisten konnte. Man ließ sich jedoch nicht entmutigen und beschloss in Eigenhilfe zu bauen. Ein Architekt, der zufällig für die Gemeinde arbeite­te, stellte aus seinen Unterlagen die Planskizze für ein kleines Häuschen zur Verfügung. Es gab aber weder eine Baubeschreibung noch eine statische Berechnung, geschweige denn eine Baugenehmigung. Nicht nur deswe­gen hatte man von Anfang an mit gro­ßen Problemen zu kämpfen.

    Alle Arbeiten mussten von Hand ausge­führt werden.

    Es gab weder Strom noch Wasser. Letzteres wurde zum Bei­spiel mit einem Jauchewagen herange­schafft, der aber nur am Wochenende zur Verfügung stand. Auch die Arbeitsgeräte mussten die Helfer selbst mitbringen. Allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es aber Ludwig Hilge und seinen fleißigen Helfern, den Roh­bau zu erstellen. Da aber die finanziel­len Mittel des Vereins völlig aufgebraucht waren, war an einen Innenaus­bau nicht zu denken, bis dann die Gemeinde helfend eingriff. Im Geschäftsbericht 1965 des 1. Vorsitzen­den heißt es dazu: „... dass es uns in häufigen persönlichen und schriftli­chen Vorsprachen bei der Gemeinde­verwaltung und den Fraktionen gelun­gen ist, die Finanzierung der Umklei­dehalle auf dem Sportplatz nun doch noch zu sichern." Die Verlegung von Strom- und Wasserleitung bis zum Gebäude verschlang jedoch einen Großteil der bereitgestellten Mittel. Mit dem Stromanschluss ging es dann aber zügig voran. Die Elektroinstallation wurde von Horst Wittal, Georg Ick­stadt und Richard Kaus in Eigenhilfe durchgeführt, Manfred Kaus und Georg Ickstadt besorgten kostenlos Fensterläden und auch die Wasserin­stallation und Fertigstellung der Duschräume konnte die SGB in Eigen­mittel bewerkstelligen. Für Mobiliar reichte es aber nicht mehr, zumal man dank des Stromanschlusses auch eine Trainingsbeleuchtung am Sportplatz in Eigenhilfe errichtete, wofür jeder Spie­ler 3 m Kabelgraben ausheben musste. So war man froh, dass unser ehemali­ger Vereinswirt Georg Ernst seine alten Bänke und Stühle kostenlos zur Verfü­gung stellte.

    Diese taten einige Jahre ihren Dienst, bevor der Verein mit Ei­genmitteln neues Mobiliar anschaffen konnte. 1976/77 ließ dann die Gemein­de Bremthal das Gebäude renovieren. Es bekam endlich einen Außenputz, eine Ölheizung wurde eingebaut, die Duschräume umgestaltet und von Grund auf erneuert, ein Klubraum sowie ein Schiedsrichterraum und Außentoiletten für die Sportplatzbesucher wurden angebaut. Seitens des Vereins wurden Böden und Wände der Umkleidekabinen gefliest und unter Regie von Werner Preußer und Georg Moldenhauer der Klubraum mit Holz­decke, Theke, etc. ausgebaut. Ein Lie­fervertrag mit der Brauerei Henninger sorgte für das Inventar. Walter Becker verziert das Gebäude mit einer schö­nen schmiedeeisernen Beschriftung. Zum 40. Jubiläum des Vereins 1995 stattete die Stadt Eppstein die Kabinen mit neuen Bänken aus. Aufgrund der ständig steigenden Mitgliederzahl vor allem im Jugendbereich zeigte sich schon bald, dass die Kapazität der Anlage nicht mehr ausreichte. Man begann deshalb seitens des Vereins Rücklagen zum Zwecke eines größeren Neubaues zu bilden und legte damit den Grundstein für unser neues Ver­einsheim.

     

    Der Sportplatz-Neubau von 1971

    15 Jahre lang war der „Bremthaler Acker" ein sehr gefürchtetes Geläuf für die Gegner der SG Bremthal. Es war ein „Rasenplatz" oder eher ein Wiesenplatz, dessen Gras sehr unter­schiedlich wucherte und vor beiden Toren noch über die 16-Meter-Grenze hinaus kahlen Mutterboden aufwies. Wenn's regnete oder gar schneite, war der Schlamm 10 bis 15 cm tief. Da half es auch wenig, das die SG Bremthal Jahr für Jahr Ladungen von Besungen - Kies gleichmäßig über die Spielfläche verteilte. Das kostete die SGB viel Geld und Peter Lauer opferte viele, viele Freizeitstunden für die Pflege des „Ackers".

    1969 begann bei den recht sport­freundlichen Bremthaler Politikern unter Leitung des Bürgermeisters Wolf Schrader die Weichenstellung für einen Neubau. Der Bremthaler Bauin­genieur Wolfgang Emmenthal wurde mit der Planung beauftragt. Er entwi­ckelte in Abstimmung mit dem Deut­schen Institut für Sportstättenbau eine für damalige Verhältnisse optimale Planung eines Tennenplatzes mit einer Spezialrotdecke, Flutlichtanlage und Aluminium-Toren. Dazu noch einige Leichtathletik-Anlagen wie die Lauf­bahn, Weitsprung- und Kugelstoß- Anlagen. Eine 400-Meter-Rundbahn sollte einem späteren Ausbau vorbe­halten bleiben.

    Die Bauzeit war dann relativ kurz von April bis Oktober 1971. Der Spiel und Trainingsbetrieb der SG wurde in die Nachbargemein­den verlegt. Die Baukosten waren mit 350.000,- DM veranschlagt und wur­den eingehalten. Am 9. Oktober 1971 war es dann soweit: Eine Einweihungsfeier mit einem legendären Eröffnungsspiel zwischen der SG Bremthal und den Offenbacher F.C. Kickers 01. Trainer Klötzer kam mit den Profis wie Sem­litsch, Skala, Bechthold, Weida und Siggi Held. Vor großer Zuschauerku­lisse hielten sich die SG'ler gut. Am Schluss stand es 7:1 für die Profis aus Offenbach.

    Das neue Clubhaus

    Das neue Clubhaus, welches in seiner jetzigen Form im Dezember 2002 endgültig fertiggestellt wurde, ist das Ergebnis einer mühsamen und langwierigen Planungsphase. Erste Überlegungen zu einem Neu- oder Umbau des alten Vereinsheimes sind bereits im März 1998 im Vorstand unter der Leitung des Vorsitzenden Alfred Friedrich entstanden. Zum damaligen Zeitpunkt war die Fußballabteilung mit 12 Mannschaften und 160 Jugendlichen im Spielbetrieb vertreten. Aufgrund des zu erwartenden Wachstums des Baugebietes am Roth und der umliegenden Stadtteile erschien das Raumangebot des Clubhauses mit nur zwei Kabinen als nicht zukunftsfähig. Auch die persönlichen Gespräche von Alfred Friedrich mit Vertretern eines Fußballvereins aus der Region, die ihrerseits ein ähnlich großes Projekt bereits umgesetzt hatten, führten letztlich dazu, dass ein Anforderungsprofil für die weitere Planung erforderlich ist. 

     

    Ein  Planungsbüro wurde mit der Erstellung dieses Anforderungsprofils beauftragt, das im Juni zwei Alternativen vorlegte, die sich mit einem Um- und Anbau des vorhandenen Traktes beschäftigte während die zweite Alternative einen Neubau in Höhe der Mittellinie vorsah. Beide Alternativen machten deutlich, dass ein geschätztes Kostenvolumen von 650-950.000 DM alleine nicht aus Vereinsmitteln finanzierbar ist. Erste Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Richard Hofmann und dem ersten Stadtrat Peter Reus führten im Oktober 1998 dazu, dass eine Kostenbeteiligung der Stadt nicht in dem erforderlichen Umfang möglich sei, obwohl das Sportgelände und das Clubhaus städtisches Eigentum sind. Weitere Gespräche mit der Stadt, den politischen Fraktionen und dem Bremthaler Ortsbeirat führten dazu, dass eine eigene Planung und Kostenkalkulation der Stadt Eppstein durch Alwin Dörr im März 1999 vorgelegt wurde, welche Kosten in Höhe von 665.000 DM vorsah. Im April 1999 wurde seitens des Vorstandes beschlossen, sich unter der Federführung der Stadt an den Kosten mit 250.000 DM zu beteiligen, wenn der Maßnahme in der Stadtverordnetenversammlung zugestimmt wird. Bis zum 17. September 1999 folgten zahlreiche weitere Gespräche und eine Ortsbegehung mit Entscheidungsträgern aus den Fachausschüssen der Stadt und dem Bremthaler Ortsbeirat, um die Entwicklung und Struktur des Vereins aufzuzeigen. Bis zu diesem 17. September 1999 beschreibt Alfred Friedrich eine positive Grundeinstellung der handelnden Personen, dass die Maßnahme notwendig erscheint und an diesem Tag zur Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden soll. Die Vorlage wird abgelehnt mit dem Verweis, dass erst weitere Alternativen geprüft werden sollen.

    Trotz dieses herben Rückschlages verfolgte der Vorstand weiter das ehrgeizige Ziel, einen erneuten Anlauf erfolgreich zu gestalten. Weitere drei (!) Architekten wurden durch die Stadt beauftragt, nach kostengünstigeren Alternativen zu suchen. Das Ergebnis war insofern niederschmetternd, als dass es keinem Architekten gelungen war, auf Basis des Anforderungsprofils eine günstigere  Möglichkeit aufzuzeigen als die bereits vorgelegte. Im Februar 2000 wurde nach intensiven Verhandlungen und Gesprächen mit Bürgermeister Hofmann, Stadtrat Reus und Mandatsträgern der politischen Fraktionen beschlossen, die Vorlage erneut in der Stadtverordnetenversammlung am 7. April 2000 vorzulegen. An diesem Tag fand der Vorschlag die erforderliche Mehrheit und der Startschuss für die noch folgenden Arbeiten war gefallen.

    Am 26. Mai 2000 wurden die Mitglieder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Schützenhof über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt, welches auch im Jahr 2000 noch begonnen werden sollte. Auch wurde hier der Bauausschuss unter der Leitung von Thomas Köhler gegründet, um die Maßnahme von Vereinsseite fachlich zu unterstützen.

    Die vereinbarte Eigenbeteiligung des Vereins teilte sich auf in Eigenkapital, Eigenleistungen der Mitglieder, Zuschüsse des Landessportbundes und Sponsoren, die sehr erfolgreich für dieses Projekt gewonnen werden konnten. Durch die Vorstandsmitglieder wurden in mühsamer Kleinarbeit gezielt die Mitglieder, Firmen, Freunde und Gönner angesprochen, um einen symbolischen Baustein zum Stückpreis von 100 DM zu verkaufen.

    Mit Beginn des Erdaushubes im Oktober 2000 wurde der Rohbau bis Juni 2001 fertiggestellt, so dass im Anschluss daran die Eigenleistungen des Vereines, immerhin ein geplantes Volumen von 90.000 DM, unter der Regie von Siegfried Düben in Zusammenarbeit mit Thomas Köhler und vielen fleißigen Helfern erbracht werden konnten. Die zahlreichen Gewerke sind in ca. 2.000 Arbeitsstunden geleistet worden, bevor das neue Clubhaus am 15. Juni 2002 im Rahmen eines Sponsoren- und Helferfestes offiziell eingeweiht wurde. 

    Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, dass die Arbeiten damit beendet wären, irrte gewaltig, da unmittelbar anschließend der zweite Bauabschnitt begonnen wurde. Bei diesem Projekt wurde bis Dezember 2002 der alte Clubraum in eine große, neue Kabine mit Duschraum umgebaut und auch die Schiedsrichterkabine vergrößert. Die finale Abrechnung mit der Stadt im März 2003 ergab, dass das enorme persönliche Engagement des heutigen Archivars Siegfried Dübens mit der großen Unterstützung von zahlreichen Helfern sogar dazu geführt haben, dass die geplante Eigenleistung deutlich übererfüllt wurden.

     

     

    Die Meisterschaft 1974

    19 Jahre lang spielte die SG Bremthal immer in der untersten Klasse des Fußballkreises Maintaunus. 1974 konnte endlich erstmals eine Meis­terschaft von einer 1. Senioren- Mannschaft errungen und der damit verbundene Aufstieg gefeiert wer­den. Nur unserer zweiten Mann­schaft war zuvor unter Trainer Abo Schreck 1961 die unbedeutende Meisterschaft der Reserven ge­glückt. Zwar war in den Jahren zuvor der Erfolg des Öfteren greif­bar nahe, der große Wurf blieb aber den Trainern Kurt Seiche und Jürgen Fürstenow versagt. Die unter Trainer Lutz Tetzel als Neuaufbau mit eige­nen Jugendlichen gedachte Saison 1973/74 brachte dann den unerwar­teten Erfolg. Mit Bremthal (39:11 Punkte), Germania Okriftel (38:12 Punkte) und SV Flörsheim (37:13 Punkte) konnten am letzten Spieltag noch 3 Teams Meister werden. Das entscheidende Spiel zwischen dem SV Flörsheim und der SG Bremthal am Samstag, dem 20. April 1974 war an Dramatik nicht zu überbieten und wurde erst in der 88. Spielminu­te mit einem Handelfmeter, den Libero Stefan Spahn sicher zu 1:0- Sieg verwandelte, entschieden. Gro­ßen Anteil am Sieg hatte der leider viel zu früh verstorbene Torwart Herbert Schiller, der zuvor mit tollen Paraden einen Rückstand verhin­dert hatte. Die Begeisterung bei den 150 Bremthaler Schlachtenbumm­lern, die die Mannschaft nach Flörs­heim begleitet hatten, war grenzen­los. Tagelang wurde gefeiert und zur offiziellen Meisterschaftsfeier kamen Gäste, die noch nie ein Fußballspiel gesehen hatten. Noch heute ist diese erste Meisterschaft oft Gesprächs­stoff, ranken sich Geschichten und Legenden um das denkwürdige „Endspiel" in Flörsheim. In der Sai­son 1974/75 konnte die SGB die A- Klasse soeben noch halten, 1976 stieg sie dann aber wieder in die B- Klasse ab.

     

    Die Meisterschaft 1983

    1980 gelang es der SG Bremthal Kurt Holzhauer, der viele Jahre in der Hessen- und Landesliga gespielt hatte und die Trainer-Lizenz besaß, als Spielertrainer zu verpflichten. Er brachte mit seiner großen Erfahrung und fußballerischen Extraklasse fri­schen Wind ins Bremthaler Fußball­geschehen. Gleich im ersten Jahr stand man dicht vor der Meister­schaft. Mit 100:40 Toren und 43:13 Punkten wurde man am Ende punktgleich mit dem Tabellenzwei­ten Vierter. 1982 belegte man mit 119:22 Toren und 61:7 Punkten Platz zwei hinter dem FC Schwalbach, dem man im entscheidenden Spiel vor 800 Zuschauern unglücklich mit 1:2 Toren unterlag. Im dritten Anlauf konnte dann 1983 die 2. Meister­schaft errungen werden. In der Win­terpause lag die SGB noch 5 Punkte hinter TuRa Niederhöchstadt und SG Bad Soden zurück, startet dann eine einzigartige Aufholjagd. Nie­derhöchstadt wurde mit 7:0, Nach­bar Niederjosbach mit 8:0 vom Platz gefegt. Es ging kein Spiel mehr ver­loren und als dann am letzten Spiel­tag auch der Rote Stern Hofheim keine Chance hatte, konnten die SGB-Fußballer nach 9 Jahren endlich wieder eine Meisterschaft und die Rückkehr in die Kreisliga A feiern.

    Die Meisterschaft 1989

    Die als Meisterschaftsfavorit der Kreisliga A in die Saison 1985/86 gestartete SGB konnte die Erwartun­gen nicht erfüllen, stieg stattdessen sogar in die B-Klasse ab. Mit dem neuen Trainer Peter Pieroth wäre man 1987 nach heutiger Regel als Tabellenerster mit dem besseren Tor­verhältnis sofort wieder aufgestie­gen. Damals musste jedoch eine Ent­scheidungsrunde gespielt werden. Die SGB unterlag dem BSC Schwal­bach, der schon TuS Hornau besiegt hatte, unglücklich mit 2:3 Toren. Das gleiche Drama folgte 1988. Wieder kam es zu einem Entscheidungsspiel und wieder unterlag die SGB vor über 400 Zuschauern in Kelkheim mit 2:3 Toren. — Diesmal dem FC Sulzbach. Im gleichen Jahr wurde Willi Lustenberger Bremthals neuer Spielertrainer und hatte auf Anhieb den erhofften Erfolg. Die Meister­schaft wurde erneut erst am letzten Spieltag entschieden. Am 3. Mai 1989 war der Jubel groß, als die SGB nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1 bei der Svgg. Falkenstein/König­stein gewinnen konnte und eine erfolgreiche Saison mit der Meister­schaft und dem Aufstieg krönte. 60:17 Tore und 35:5 Punkte reichten für das große Ziel. Offensiv-Verteidiger und Freistoßspezialist Lutz Meinhardt schoss 18 Tore. Mittel­stürmer Klaus Schulschenk war 12 mal, Trainer Lustenberger 7 mal und Kapitän Burkhard Brose 6 mal erfolgreich. Großen Anteil am Erfolg hatte auch die stabile Abwehr mit unserem heutigen Co-Trainer Rainer Vlach als Libero und dem blutjun­gen Torwart Stefan Meier. Sportlich gesehen war das Jahr 1989 eines der erfolgreichsten in der Ver­einsgeschichte. Auch unsere 2. Mannschaft schaffte mit 35:13 Toren und 28:8 Punkten die Meisterschaft der Reserve-Mannschaften. Unsere F-Jugend wurde gar mit 108:5 (!) Toren und 31:1 Punkten Meister. Unsere C-Jugend, trainiert vom heu­tigen Spielausschussvorsitzenden Stefan Spahn, wurde Vizemeister und zum dritten mal hintereinander Kreismeister in der Halle. Daniel Fröhlich, in der kommenden Saison Spielertrainer der SGB, war Stütze dieser Mannschaft, wurde in die Hessenauswahl berufen und wech­selte zur SG Höchst in die B-Jugend-­Hessenliga. Die Stadt Eppstein honorierte den Erfolg mit der Installation der lange ersehnten Bewässerungsanlage im Sportplatz.

    Die Meisterschaft 1993

    Nach der Meisterschaft 1989 konnte die SGB die A-Klasse, inzwischen in Bezirksliga Main-Taunus umbe­nannt, nur ein Jahr halten und stieg 1991 wieder ab. Etliche Spieler waren den Lockrufen zahlungskräf­tiger Vereine gefolgt oder hatten ihre aktive Laufbahn beendet. Hendrik Klein übernahm die schwierige Auf­gabe mit 8 aus der A-Jugend gekom­menen Spielern ein neues Team zu formen. Als sogar der Abstieg in die Kreisliga B drohte, schnürte er selbst noch einmal die Stiefel und sicherte den Klassenerhalt. Schon in der 2. Saison gelang ihm dann mit der jun­gen Truppe der große Coup. Die SGB beendete die Saison als Tabel­lenführer und hatte damit den Auf­stieg in die Bezirksliga geschafft. Für die Meisterschaft wurde jedoch ein Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen FC Mammolshain in Bad Soden angesetzt. Über 400 Zuschauer sahen ein spannendes Spiel, das erst in einem Elfmeter­schießen zu Gunsten der SGB entschieden wurde. Großen Anteil am überraschenden Erfolg hatten der beste Torwart der Liga Andreas Mül­ler und die stabile Abwehr um Libe­ro Sven Wittmaack, die in 30 Spielen nur 27 Tore zuließen. Auf beachtli­che 67 Treffer brachten es die Brem­thaler Angreifer. Matthias Ross erzielte alleine 23 Treffer, 11 Tore schoss Trainer Hendrik Klein, 10 Andreas Burger und 9 Burkhard Brose. Zur großen Meisterschaftsfei­er am 5. Juni 1993 konnte der Vorsit­zende Bernhard Brose neben viel Prominenz eine große Gästezahl begrüßen. Leider verließen trotz des Erfolges weitere Spieler den Verein aus finanziellen Gründen. Die SGB konnte zwar bis dato die Bezirksliga halten, aber nur einmal in der Saison 1999/2000 ernsthaft ins Meister­schaftsgeschehen eingreifen. Im letz­ten Jahr konnte der Abstieg nur dank des persönlichen Einsatzes vom neuen Spielertrainer Andreas Rank im letzten Moment abgewen­det werden.

    Projekt Kunstrasenplatz

    Zu Beginn der 2000er Jahre wurden die Verhältnisse auf dem Sportplatz der SG Bremthal immer schwieriger. Der Belag auf dem Spielfeld war in die Jahre gekommen und der Spiel- und Trainingsbetrieb fand häufig unter extremen Bedingungen statt. Im Winter glich die Oberfläche einer Eisbahn, im Frühjahr stand man bis zu den Knöcheln im Schlamm und in den Sommermonaten bewegte man sich in Staubwolken.

    Nach dem Neubau des Sportplatzes 1971 und mehr als 20 Jahre nach der letzten Sanierung der Platzdecke war klar: Es musste etwas geschehen.

    In ersten Gesprächen mit Vertretern der Stadt Eppstein im Jahr 2004 wurde sondiert, wie man der Situation Abhilfe schaffen kann. Dabei ging es zunächst einmal darum, welche Alternativen und deren Finanzierung in Betracht kommen.

    Wie bekannt, sind Anfang der 2000er Jahre immer mehr Kunstrasenplätze gebaut worden. Gegenüber den herkömmlichen und bis dato weit verbreiteten Ascheplätzen bot der Kunstrasen erhebliche Vorteile. Neben der angenehmeren Bespielbarkeit ist die Verletzungsgefahr für die Spieler deutlich geringer. Viele erinnern sich noch an die Schürfwunden, die über Tage nicht abheilten. Aber auch die Nutzungsdauer ist gegenüber einem Ascheplatz deutlich erhöht. Und zuletzt sei noch der Pflegeaufwand genannt, der sich markant reduziert hat.

    Es gab also die Möglichkeiten

     

    • den Ascheplatz zu sanieren und mindestens weitere 20 Jahre den Sport auf rot auszuüben

    oder

    • einen modernen Kunstrasenplatz zu errichten und damit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen

     

    Nach eingehenden Beratungen beschließt der Vorstand Anfang 2005 das Projekt Kunstrasen zu realisieren. Dazu wird der Vorsitzende Alfred Friedrich beauftragt in Verhandlungen mit der Stadt Eppstein einzutreten.

    Im Frühjahr 2005 finden die ersten Gespräche mit Bürgermeister Ralf Wolter und dem 1. Stadtrat Peter Reus statt.

    Alfred Friedrich zeigt den Vertretern der Stadt die Entwicklung der Vereins auf und macht deutlich wie wichtig es ist, die Infrastruktur auf die Zukunft auszurichten. Insbesondere der Zuwachs an jugendlichen Mitgliedern macht es erforderlich moderne und attraktive Voraussetzungen zu schaffen um den Fußballsport weiter erfolgreich zu betreiben.

    Bis zum Herbst 2005 gibt es zahlreiche Gespräche mit der Stadt Eppstein, die darauf abzielen, einen Weg zur Umsetzung des Projekts zu finden. Im Oktober berät der Magistrat über anstehende Sanierungsmaßnahmen der städtischen Sportplätze und kommt zu dem Ergebnis, dass der Sportplatz Bremthal erste Priorität genießt.

    In der Folge drehen sich die Verhandlungen zwischen der Stadt Eppstein und der SG Bremthal um die Kostendifferenz zwischen Sanierung Ascheplatz und Neubau Kunstrasenplatz. Eine Analyse ergibt Mehrkosten in Höhe von EUR 200.000.

    Im Dezember 2005 beschließt der SG-Vorstand die Mehrkosten zu übernehmen. Die Finanzierung ist über ein Darlehen der Stadt ist darstellbar. 

    Von Januar 2006 bis Juni 2006 finden weitere Gespräche mit der Stadt Eppstein statt. Am Ende steht das Konzept zur Realisierung der Baumaßnahme „Kunstrasenplatz“. Die Vorlage zur Beschlussfassung der Baumaßnahme geht daraufhin durch die städtischen Kremien.

    Am 9. November 2006 wird die Entwurfsvorlage durch die Stadtverordnetenversammlung genehmigt. Nach einer öffentlichen Ausschreibung vergibt die Stadt Eppstein im März 2007 den Auftrag zur Errichtung des Kunstrasenplatzes an das Planungsbüro Matthias & Moors in Taunusstein. Ausführen wird die Arbeiten die Firma Barthel Sportanlagenbau.

    20. Mai 2007: Ein historischer Tag für die SG Bremthal. Das letzte Heimspiel wird auf „Roter Erde“ gegen den FC Lorsbach ausgetragen. Zuvor gewinnt die II. Mannschaft die Meisterschaft der Kreisliga C. Wenige Stunden später sind die ersten Baufahrzeuge vor Ort.

    9. September 2007: Das erste Heimspiel auf dem neuen Kunstrasenplatz gegen die Spvgg. Hochheim.

    Am 2. Oktober 2007 finden die offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten des Platzes statt. Mehr als 500 Gäste sehen das Spiel unserer I. Mannschaft gegen die Traditionself des FSV Mainz 05. Im Vorspiel treffen SG-Vorstand und Stadtauswahl aufeinander. Am darauffolgenden Tag finden die ersten Jugendspiele auf dem Kunstrasenplatz statt. Gast an diesem Tag ist Ex-Eintrachtler und –Nationalspieler Ralf Weber.